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Andreas von Timoni

"Schlaf Mama, schlaf...."

Ich hab mich immer wieder gefragt, wie ich den Tag bloß "richtig" anfangen soll?! Klar, die zwei Großen müssen um acht in der Schule und der Kleine irgendwann so bis neun im Kindergarten sein. Nur wie läuft das wohl am besten? Vor den Kindern aufstehen, den Frühstückstisch decken, sie wecken, fertig machen und den Tag gemütlich beim gemeinsamen Frühstück beginnen? Ich denke schon, dass das ein akzeptabler Anfang wäre...

Und so hab ich’s meiner Frau auch gesagt; gesagt, dass sie in meinen Augen zu spät aufsteht, sich dann nur den Bademantel überzieht, schnell,schnell die Kinder weckt und während die sich anziehen schon gehetzt in der Küche ein Müsli bastelt und das Pausenbrot macht. Zwischendurch schnell die laute Aufforderung nach oben ins Bad: "Beeilung ihr da oben, es ist schon nach halb acht....".

Das Müsli essen die drei zwischen Tür und Angel schon fast im Gehen dann wieder mal doch nicht, weil’s "schon wieder Müsli gibt", weil’s "heute auch wieder nicht schmeckt" – oder "weil ich einfach keinen Hunger habe...."

Ich habe meine mir zugeteilte Ration mittlerweile doch im Sitzen verputzt und spule im Anziehen mein Überredungs-Repertoire runter, wie gesund doch Müsli ist, dass man in der Frühe doch was essen muss – war da noch was? Egal – jetzt jedenfalls schnell ins Auto. Die zwei Großen zur Schule gebracht, den Kleinen zum Kindergarten, ich weiter ins Büro - wieder mal geschaftt. Genau - wieder mal schon in der Früh geschafft!

Warum immer diese Hetze? Warum den Motor immer gleich auf Höchstdrehzal bringen? Wieso nicht etwas früher aufstehen und dafür den Tag langsam auf Betriebstemperatur bringen? Das frage ich nicht nur mich, sondern auch meine Frau, die sich zur Regeneration nach diesem morgendlichen Sprint meist wieder aus dem Bademantel schält und sich noch eine Runde Bett verordnet.

"Wegen den Kindern steh ich nicht noch früher auf!" ist die klare Antwort. Na gut – nein: nicht gut, denke ich. Dann probieren wir’s doch endlich anders: ich steh auf und präpariere den Tag so, wie ich‘s mir vorstelle und Madame kann gleich liegen bleiben! O.K. – prima, abgemacht.

Um halb sieben bin ich am nächsten Tag im Bad, zehn Minuten später in der Küche. Teller, Tassen, Besteck, Teewasser aufgestellt, Müsli machen – wieso Müsli machen? Nein, bei mir gibt’s Toast und Schwarzbrot, dazu Marmelade, Honig, auch Käse oder Wurst. Ha, schaut doch schon ganz gut aus.

So jetzt die Kinder wecken – sieben ist eine gute Zeit.

Wie – ich hör schon Schritte auf der Treppe? In der Küchentür erscheint Madame – wie gewohnt im Bademantel, aber ungewohnt um diese Zeit. "Was veranstaltest du denn da, wieso machst du kein Müsli? Die brauchen was Gesundes am Morgen und keinen Scheiß-Toast!" – Na super, denke ich: erst nicht aufstehen wollen, dann aber dafür gleich viel früher als sonst: nur die Kontrolle nicht verlieren! "Ich mach das Frühstück eben so!" ist meine Antwort, die natürlich verkehrt ist, ebenso wie meine gesamte "Veranstaltung".

Den Kindern hat’s dann aber doch geschmeckt und auch gefallen, mit dem Papa am Tisch zu sitzen und halbwegs in Ruhe zu Frühstücken. Eine halbe Tüte Toast ist draufgegangen dabei, noch dazu mit Nutella. "Aber morgen wollen wir Kaba und keinen Tee!"

Schlaf Mama, schlaf.....bitte!